Wird das Wasser auf der Welt langsam, aber sicher knapp? So wie uns dies Nestlé-Chef Peter Brabeck immer wieder predigt? Oder versucht das Kapital, das Wasser weltweit zu privatisieren, um es dann selbst zu liefern und zu reinigen? Viel teurer und knapper für alle Menschen mit kleinen Einkommen und Vermögen?
Die Schweiz wird im Gegensatz zu vielen anderen Ländern absehbar nicht unter Wassermangel leiden. Ein Teil unserer Gletscher wird überleben. Und wir haben mit den vielen Seen im Mittelland grosse Wasserspeicher. Im schlimmsten aller Fälle müssen wird das bereits heute qualitativ gute Wasser etwas hin und her pumpen.
SAUBERER FLUSS Vor zwei Generationen waren unsere Seen und Flüsse vielerorts Kloaken, in denen man nicht einmal baden durfte. Das hat sich stark verbessert. Bald sollen wieder Lachse zum tödlichen Laichen hoch bis nach Andermatt springen.
Wenn die Schweiz heute alle ihre Kanalisationen und Abwasseranlagen neu bauen müsste, würde dies Investitionen von rund 100 Milliarden Franken bedingen. Wir hinterlassen den kommenden Generationen auch auf diesem Sektor eine beachtliche Infrastruktur.
Viele Länder stehen in Sachen Gewässerschutz dort, wo sich die Schweiz vor zwei Generationen befand. Sie müssen versuchen, ihre Gewässer schrittweise wieder sauber zu bekommen. Wenn wir den aufregenden Meldungen der Weltpresse Glauben schenken wollen, wurde in Japan (genauer in der Stadt Yanagawa) aus einer dreckigen Kloake dank Beton innert zweier Monate ein sauberes Flüsschen.
PORÖSER BETONSTEIN. Natto sind fermentierte Soyabohnen. Japaner essen diesen Brei gerne zum Frühstück. Natto-Bakterien fressen aber auch jede Menge Dreck, wenn man sie ungestört arbeiten lässt. Hochleistungsbazillen fressen sogar Öl.
Japanische Forscher haben jetzt Natto- Bakterien so mit Beton vermischt, dass dieser den Dreckfressern während Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, als ideale Brutstätte dient. Versenkt man den Natto- Beton im Gewässer, fressen die Bakterien dieses sauber. Die von der Firma Koyoh als Ecobio-Block bezeichneten porösen Betonsteine erinnern an eckige WC-Rollen. Und sie sollen funktionieren. Behaupten zumindest die Firma und die Aquarienbesitzerinnen und -besitzer, bei denen die Steine bereits im Wasser liegen.
http://3.ly/koyoh und http://koyoh.jp/en Wer heute ein neues Produkt auf den Markt bringt, erstellt in der Regel einen englischsprachigen Foliensatz. Und stellt diesen als PDF-Dokument ins Netz. Dies macht auch die Firma Koyoh mit ihrem Ecobio-Block.
http://3.ly/ebbfilm Dieses Video lehrt uns: Die Japaner entwickelten ihr Produkt in enger Zusammenarbeit mit Universitäten.
http://3.ly/betonwelt Beton hat Potential. Die deutsche Zeitung «Welt» berichtet über interessante Neuentwicklungen. Vom durchsichtigen bis zum Natto-Beton.
http://3.ly/lachs 2020 soll im Gotthardgebiet die nächste Landesausstellung stattfinden, wenn es nach dem Tessiner Tourismuspräsidenten Marco Solari geht. Bis dann sollen auch wieder Lachse die Reuss hochschwimmen.
http://3.ly/workara Die Schweizer Gemeinden und Kantone sind schwergewichtig Besitzerinnen der Kanalisation und der Kläranlagen. Der Wert aller Anlagen: 100 Milliarden Franken. Kosten für Betrieb, Verzinsung und Amortisation: lächerliche 1,7 Milliarden Franken. Würden Private dies kontrollieren, müssten wir rund drei Mal mehr für die Reinigung der Abwässer bezahlen.
http://3.ly/mumbai In der indischen Stadt Mumbai leben mehr als die Hälfte der Menschen in Slums ohne fliessendes Wasser, ohne Kanalisation und ohne Geld für sauberes Wasser. Hier könnte der Natto-Beton Leben retten.
work, 17.06.2010


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