Bisher mauerten die Baumeister: Der Landesmantelvertrag (LMV) auf dem Bau läuft Ende Jahr aus. Ohne gibt es keinen Lohnschutz und keine geregelten Arbeitszeiten. Doch die Chefs wollen keinen neuen LMV verhandeln.

DRINGEND. Doch jetzt verlangt Implenia einen Kurswechsel. Sofort. Das zeigt ein internes Dokument, das work vorliegt: Um «sicherzustellen, dass der Landesmantelvertrag bestehen bleibt», sollen Verhandlungen zwischen Baumeistern und Gewerkschaften «dringend aufgenommen werden». Implenia ist nicht irgendeine Baufirma. Mit fast 3 Milliarden Franken Umsatz ist sie der grösste Baukonzern der Schweiz.
Der Branchenriese will nicht, dass andere Firmen mit Dumpinglöhnen den Markt kaputtmachen. Wettbewerb solle «nicht über die Löhne des gewerblichen Personals» erzielt werden, sondern über «Qualität, Effizienz und Kosten der Baudienstleistung». Stabilität und sozialer Frieden, wie ihn der LMV garantiere, sei ein entscheidender und bedeutender «Standortvorteil der Schweiz». Auch andere Grosse der Branche wollen einen LMV. Sie wissen: Ohne Vertrag kommt es zum ruinösen Preiskampf. Ihre Hoffnungen setzen sie auf ihren neuen Präsidenten Gian-Luca Lardi.

work, 5.11.2015