Der Pharmamulti Merck zahlt 20 Prozent Dividende und zerstört in Genf 1200 Arbeitsplätze bei der Biotechfi rma Serono. Ihr früherer Besitzer, Ernesto Bertarelli, hat sich mit 10 Milliarden längst ins steuerdumpende Gstaad BE davongemacht. Eigentlich müsste die Pharmalobby sich jetzt schämen. Aber nein: Sie jammert, fordert hohe Medikamentenpreise, staatliche Subventionen usw.

GEROLD BÜHRER. Doch die Arbeitgeber regen sich höchstens darüber auf, dass die Unia die Serono-Angestellten nun verteidigen will. Logisch, denn der Fall stört ihre grosse Frühjahrsoffensive: Der Arbeitgeberverband und die Economie suisse wollen sofort die Renten senken und das Rentenalter erhöhen. Economiesuisse- Chef Gerold Bührer fordert (noch) tiefere Unternehmenssteuern. Baumeisterchef Werner Messmer und SVP-Mann This Jenny würden die Unia am liebsten überall rausekeln. Und allesamt polemisieren sie gegen die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften. Wie sagt Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt: «Nicht jeder Lohn kann existenzsichernd sein.» Seine Lösung: Sozialhilfe.

DIE RÄUBER … 586 000 Menschen haben in diesem reichsten Land nicht mehr genug zum Leben. Aber das stört Bührer & Co. nicht: Sie wollen weiter an der Umverteilungsspirale drehen. Von unten nach oben. Schon heute besitzen die reichsten 1 Prozent mehr als die restlichen 99 Prozent.

… UND WIR. Wir von den 99 Prozent wissen: Wo Reichtum, Macht und Chancen ungerecht verteilt sind, zerbricht das Land. In den nächsten zwei Jahren werden viele Weichen gestellt. Sorgen wir dafür, dass Bührers 1: 99-Schweiz scheitert: Verteilen wir Reichtum und Chancen zurück. Zu uns.

work, 26.04.2012