Als Redaktor Oliver Fahrni vom Interview
zurückkam, war er beeindruckt.
Hayek sei zwar älter geworden, aber
seine Energie und sein Tatendrang
seien ungebrochen. So wie seine
Stimme. Warum gibt es nicht mehr
Unternehmer wie ihn? Unternehmer,
die auch wirklich etwas unternehmen?
Etwas wagen. Ab und zu auch eine
dicke Lippe. Unternehmerinnen und
Unternehmer, die nicht freisinnig verkorkst
durchs Parlament ziehen, vor zu
hohen Lohnkosten warnen.
GELDJONGLEURE. «Wer sagt, mit
Schweizer Löhnen könne man nicht produzieren,
ist kein Unternehmer!» Das
sagte Hayek. Und nicht nur das: Die
Arbeitnehmenden seien etwas ganz
anderes als ein Kostenfaktor. Ihr «handwerkliches
Können» und «ihr Sinn für
die innere Harmonie eines Produkts»
seien wichtige Inputs für die Industrie.
Derweil geistert FDP-Unternehmer
Johann Schneider-Ammann durch die
Sonntagspresse und jammert über den
schwachen Euro, der die Exportindustrie
bedrohe. Und er sieht nur einen
Ausweg: die Erhöhung des Rentenalters
auf 67! Der Langenthaler will die Krise
also auf die Arbeitnehmenden abwälzen. Hayeks Swatch Group dagegen
setzte in der Krise nicht auf Entlassungen
wie andere Unternehmen. Und startet
deshalb jetzt schon wieder durch.
Hayek sagte, das sei möglich gewesen,
weil immer «genug Cash in der Firma»
sei. Und weil er den Banken keine
Chance gebe. Da Bankenfreund Schneider-
Ammann: Im Parlament stimmte er
gegen alles, was die Allmacht der Banken
auch nur geritzt hätte. Und hier
Bankenkritiker Hayek: Er wehrt sich
mit Hand und Kopf dagegen, dass
«Geldjongleure und Spekulanten
unseren Reichtum zerstören». Hayek
wie er leibte und lebte.
ADE UND WILLKOMMEN! Mit dieser
Ausgabe verabschiedet sich Produzent
Peter Eichenberger vom work. Wie bei
der Unia üblich, geht er mit 62 in Pension.
Seit knapp drei Jahren hat Peter
dafür gesorgt, dass die Zeitung nicht
nur aus Artikeln bestand. Dass sie auch
eine Melodie hatte – und nicht nur
Töne. Eine Dramaturgie. Lieber Peter,
Du hast umformuliert, zugespitzt, aufgemacht,
getitelt und gekürzt. Hab
herzlichen Dank für alles, was Du für
work gemacht hast! Wir wünschen Dir
für die Zukunft alles Gute!
Gleichzeitig dürfen wir im Team als
Produzentin neu Agnes Würsch begrüssen.
Agnes ist eine erfahrene Berufsfrau:
Sie produzierte beim Wirtschaftsblatt
«Cash», beim «K-Tipp» und zuletzt
bei der «Annabelle». Liebe Agnes, willkommen
an Bord von work, wir freuen
uns auf Dich!
work, 1.07.2010


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